 Verfasst am: 22.07.2009 - 08:15:51 Titel: Problem mit der Gema, bitte um Hilfe
Dem ganzen Beitrag kann man sehr deutlich entnehmen, dass hier leider niemand eine Ahnung von diesem Thema hat - nur gilt auch hier: Unwissenheit schützt nicht vor dem Gesetz!
Was ist die Gema? Die Gema ist die Schutzeinrichtung aller Komponisten, d. h. durch jedes Lied, was irgendwo gespielt wird, ob im Radio, oder von einer Band oder von einem DJ, verdient der Komponist nur dadurch, dass die GEMA die Einnahmen an diese Komponisten verteilt, folglich ist es völlig unerheblich, um welche Veranstaltung es sich gehandelt hat, auch ob es ein Privatfest ist, spielt dabei überhaupt keine Rolle. Selbst die Hintergrundmusik in einem Kaufhaus ist gemapflichtig.
Wie errechnet sich die GEMA? Eigentlich ganz einfach: es spielt die Größe der Veranstaltung die Hauptrolle, also je mehr Gäste da waren und um so größer der Veranstaltungsrahmen, desto höher die Abgaben und dann natürlich auch die Veranstaltungszeit.
Ist ja auch alles logisch: je mehr Menschen Musik hören und je mehr Musik gespielt wird, desto höher sind die Abgaben.
Fazit: Jede Veranstaltung ist gemapflichtig, wenn Musik in welcher Form auch immer, zu hören war!!!
Die Anmerkungen von und über den DJ sind totaler Quatsch. Ein DJ kann nur bei einer GEMA gemeldet sein, wenn er selbst eigene Lieder hat, d. h. er würde dann von der GEMA wiederrum Tantiemen erstatten bekommen, wenn seine eigenen Lieder gespielt wurden. Völliger Blödsinn ist aber, dass ein DJ Beiträge an die GEMA entrichtet - für was denn? Da hat er Ihnen einen sauberen Bären aufgebunden.
Warum sich allerdings die Rechnung von € 300,-- nach der Mahnung auf € 700,-- erhöht hat, ist für mich nicht nachvollziehbar.
Da müsste man konkret den Inhalt dieser Schreiben lesen, wie sich diese Beträge errechnen.
Fakt ist, in der GEMA arbeiten in der Regel sehe nette Mitarbeiter(innen), viele sogar selbst aus der Veranstaltungs- und Musikbranche, und die kennen sich sehr gut aus und beraten auch sehr nett.
Ich würde dort anrufen, um Entschuldigung bitten, dass es leider versehentlich vergessen wurde, die Veranstaltung zu melden und um Erklärung bitten, wie sich der konkrete Beitrag errechnet und umgehend bezahlen.
Jegliche Überlegungen mit Rechtschutz usw. - sorry Leute - macht Euch nicht lächerlich und unglücklich mit weiterer Kosten, außerdem bin ich mir sicher, dass die Rechtschutzversicherung den Fall sofort ablehnt, weil er eindeutig ist!
Und noch ein gutgemeinter Tipp: Hände weg von solchen Möchtegern-DJs.
Für Veranstaltungen gibt es professionelle DJs, die damit ihr Geld verdienen und wissen, wie es läuft. Professionelle DJs fertigen eine Musikfolge für die GEMA an, damit auch tatsächlich die Komponisten die Beiträge kassieren, deren Lieder real gespielt wurden.
In Eurem Falle gibt es eine Pauschalabgleichung an die 100 meist gespielten Fetentitel, da ja nicht mehr nachvollziehbar ist, welche Lieder überhaupt gespielt wurden. Also leider eine sehr ungerechte Abwicklung aber leider nur, weil Ihr nicht ordnungsgemäß die Veranstaltung geplant und organisiert habt.
Es würde mich auch nicht wundern, wenn Eure selbstgetrickten DJs mit illegalen Internet-Downloads Musik gemacht haben, und damit sogar noch mehr den Musikmarkt geschädigt haben.
Und noch was: GEMA-Gebühren bezahlt immer der Veranstalter!!!
Nicht der Wirt und nicht der DJ....
Außerdem wenn Ihr Euren DJs eine Gage von € 500,-- bezahlt habt, müsst Ihr zusätzlich 5% Abgaben an die Künstlersozialkasse leisten, auch wiederrum komplett unabhängig ob der DJ das aus Spaß oder hauptberuflich macht.
Für jeden Künstler, den man engagiert, müssen auch die Sozialleistungen abgeführt werden, dabei ist es völlig unerheblich, ob der Künstler irgendwann mal von der Künstlersozialkasse einen Nutzen hat. Das ist leider auch Gesetz und noch dazu ein sehr veraltetes und ungerechtes Gesetz - ist aber so.
Wir müssen sogar für Künstler aus dem Ausland diese Abgaben bezahlen, die niemals Möglichkeiten haben, in Deutschland davon Nutzen zu haben.
Aber wenn man schon eine Veranstaltung in Eurer Größenordnung plant, sollte man sich vorher erkundigen, was man darf, was man nicht darf, und was man unbedingt tun sollte. Dabei dürfen auch die Themen Schwarzgastronomie und die Einhaltung der Lebensmittelhygiene, sowie die Veranstalter-Haftpfichtversicherung nicht vergessen und unterschätzt werden. Bei 500 Personen kann sehr viel passieren!!!
Dafür gibt es doch an allen Ecken Eventagenturen und Veranstaltungsagenturen oder auch Internetforen wie hier, wo man sich vorher erkundigen könnte, an was man alles denken muss.
In diesem Sinne: nachher ist man meist schlauer!!!
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